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Holzmarkt: Erhöhte Nachfrage

Im internationalem Umfeld hat ein Konjunkturaufschwung vor allem in der Baubranche die Nachfrage nach Schnittholz und verarbeiteten Holzprodukten seit dem 4. Quartal 2020 deutlich erhöht. Das führte insbesondere im europäischen Umfeld zur einer erhöhten Nachfrage des Rohstoffes Holz.

Kein grosser Polter: Grössere Holzschläge erfolgen in der Regel nur zwischen Oktober bis April; Foto WaldSchweiz

Die hohe Nachfrage nach Schnittholz hat international zu Preisanstiegen geführt, welche in den Nachbarländern auch bessere Preise für Rundholz nach sich gezogen hat. Die im Ausland erfolgte, starke Nachfrage nach Frischholz fand in der Schweiz (mit wenigen Ausnahmen) bis vor zwei Wochen nicht oder kaum statt. Trotz des angespannten internationalen Holzmarktes sind in der Schweiz die Preise für Rundholz tief geblieben. Die schweizerische Waldwirtschaft konnte daher von der ansteigenden Nachfrage in Europa zurzeit kaum profitieren. Nach dieser bereits im ersten Quartal im Ausland aufgekommenen Holzverknappung ist zu befürchten, dass auch in der Schweiz eine grössere Nachfrage eintreten wird.

Die Holzschlagsaison in der Schweiz ist jedoch schon bald zu Ende. Damit wird es sehr schwierig zusätzliches Schnittholz kurzfristig auf den Markt zu bringen. Besteht auch in der Schweiz ein erhöhter Bedarf, so brauchen die Waldbesitzer sofort entsprechende Signale mit Preisen, die eine wirtschaftliche Holzernte zulassen. Aus den Ergebnissen des Testbetriebsnetztes der Jahre 2017-2019 zeigt sich die seit längerem anhaltende Tendenz, dass die Waldbesitzer bzw. die Forstbetriebe allein mit der Holzernte Defizit einfahren.

Wenn erwartet wird, dass zusätzliches Holz auf den Markt gebracht wird, muss der Preisanstieg beim verarbeiteten Holz sich auch in einem höheren Ankaufspreis des Rohholzes wiederspiegeln. Die Zeit drängt und es dürfte ohnehin ein schwieriges Unterfangen werden, da grössere Holzschläge in der Regel nur zwischen Oktober bis April erfolgen können.

Möglicherweise wurden in der Schweiz die Zeichen des europäischen Umlandes zu wenig beachtet und die Chance für dieses Jahr bereits verpasst. Das ist auch ein deutliches Zeichen, dass die Kommunikation der Gesamtbranche im Sinne der Stärkung der Wertschöpfungskette verbessert werden muss.