Small4Good

Small4Good und Living Lab "Zentral Europa" 2024 bis 2028

Eine Zukunft mit einer verbesserten Bereitstellung von Biodiversität und Ökosystem-Leistungen aus Europas Wäldern durch eine nachhaltige und multifunktionale Bewirtschaftung und durch aktive und motivierte Kleinwaldeigentümer, die einen Beitrag zu den Gesamtzielen der EU leisten. Die Bewirtschaftung wird lokal angepasst und durch partizipatorische Co-Creation-Prozesse gestaltet, aber im Einklang mit den allgemeinen Zielen der EU-Forststrategie. Eine multifunktionale Bewirtschaftung wird ermöglicht, mit massgeschneiderter Bewirtschaftung für Kohlenstoffspeicherung, Biodiversitätsförderung und/oder Holzproduktion; und der Bezahlung von Ökosystemleistungen (Payment Ecosystem Services, PES), die auf die Kleinprivatwaldbesitzer zugeschnitten sind. Lösungen werden durch künstliche Intelligenz (KI) und digitale Lösungen unterstützt, um die Bewirtschaftung zu fördern und zu unterstützen.

  • Small4Good wird multifunktionale Bewirtschaftungs- und Geschäftsmodelle für Kleinwaldbesitzer entwickeln, die durch PES-Systeme (mit Schwerpunkt auf Biodiversität und Kohlenstoff) finanziert und durch digitale Lösungen unterstützt werden, um die Bewirtschaftungskapazität und das Engagement der Kleinwaldbesitzer zu verbessern.

  • Um die Akzeptanz und die gewünschte langfristige Wirkung zu sichern, müssen die Bewirtschaftungsmodelle auf die tatsächlichenBeweggründe der einzelnen Waldbesitzer und die große Vielfalt der Ökosystemeigenschaften und sozio-ökonomischen Bedingungen in ganz Europa abgestimmt sein.

  • Daher wird sich das Projekt darauf konzentrieren, die Motivationen von Kleinwaldbesitzern zu verstehen, und die Entwicklung von Geschäfts- und Managementmodellen in vier Regionen in Europa verfolgen (Multi-Akteurs-Living-Lab-Ansatz).

  • Die in den Living Labs (LL) gewonnenen Erkenntnisse werden mit Hilfe geeigneter Verbreitungs-, Verwertungs- und Kommunikationsmassnahmen genutzt, um Kleinwaldbesitzer in ganz Europa auf den Weg zu einer nachhaltigen und multifunktionalen Bewirtschaftung zu bringen.

 

Die mitteleuropäische “Living Labs” LL wird im äussersten Südwesten Deutschlands im Landkreis Hochrhein und in den benachbarten Kantonen Basellandschaft und Basel-Stadt in der Nordwestschweiz liegen. Die grenzüberschreitende Region zeichnet sich durch ähnliche kleinräumige Besitzstrukturen und umwelt- und waldbauliche Bedingungen aus. In den letzten fünf Jahren sind die Folgen des Klimawandels durch Trockenheit und Insektenbefall in grossem Umfang sichtbar geworden. Es wird davon ausgegangen, dass einzelne Kleinwaldbesitzer mit dieser Situation überfordert sind. Viele Waldbesitzer sind nicht mit Branchennetzwerken wie Forstbetriebsgemeinschaften vertraut, die eine Zusammenarbeit und den Zugang zu forstlicher Beratung ermöglichen. Vor allem nicht traditionelle Waldbesitzer kümmern sich um ihren eigenen Wald. Ziel des LL ist es, die multifunktionale Bewirtschaftung der von Störungen betroffenen Wälder durch Organisationsmodelle zu verbessern und durch PES-Systeme für Kohlenstoff und Biodiversität zu unterstützen, was es uns ermöglicht, die zukünftigen Auswirkungen auf verschiedene Ökosystemleistungen des Waldes und die Biodiversität zu untersuchen. Ziel ist es, einen ganzheitlichen Überblick über die potenziellen Auswirkungen der waldbaulichen Bewirtschaftung auf die multifunktionalen Vorteile von Wäldern in kleinem Besitz zu gewinnen.

  • Die Region wird als europäisches Beispiel im Rahmen der Forschung bearbeitet und international vernetzt.

  • Privatwaldeigentümer werden mobilisiert

  • Die Ergebnisse können für die Verbandsarbeit genutzt werden

  • Wertschätzung für das Waldeigentum

  • Aufbau von Know-how

  • Rollenklärung von Waldeigentum, Waldbewirtschaftung

  • Wissensaufbau zum Einfluss von Eigentümertyp und Bewirtschaftertyp auf das «Waldbild»

  • Potenzial verschiedener zukünftiger Geschäftsmodelle für archetypische Waldbesitzer und Waldtypen

Exkursion

«CHANCEN IM KLEINPRIVATWALD» vom 21.10.2024 

Im Fokus standen waldbauliche und wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen im Klein- und Kleinstprivatwald. Zusammen mit Waldbauexperten aus Wissenschaft und Praxis wurden in Rothenfluh (CH) und in Wehr (DE) drei Privatwaldflächen besichtigt und die jeweiligen Risiken und Chancen diskutiert. Interessiert an einer künftigen Veranstaltung im Rahmen von Small4Good teilzunehmen, oder mehr zu erfahren? Melden Sie sich unter andreas.gabriel@guaraci.ch

In Rickenbach (DE) führte der Revierförster Karl Ulrich Mäntele die Teilnehmenden in ein Waldgebiet mit kleinparzellierten Waldflächen. Die Ziele der Waldeigentümer unterscheiden sich und damit auch das Management der Flächen, was auf der besuchten Fläche eindrücklich sichtbar wird. Stephan Hoffmann vom norwegischen NIBIO gab Einblicke in forstliche Bewirtschaftungsansätze in Norwegen und verglich diese mit den Herausforderungen im deutsch-schweizerischen Kontext. Ergänzend präsentierten wir erste Policy-Empfehlungen abgeleitet aus dem S4G-Fragebogen und einige Eindrücke aus den weiteren LivingLabs. Beim Apero in der Maishardthütte blieb auch Zeit eigene Erfahrungen einzubringen und sich gegenseitig auszutauschen.

Weitere Impressionen finden Sie im LinkedIn-Post der Forstkammer.

Am 05.05.2026 begrüsste WaldBeiderBasel zusammen mit der Forstkammer Baden-Württemberg das Konsortium von Small4Good zur Exkursion im LivingLab Central. Wir besuchten drei spannende Waldflächen in Deutschland und der Schweiz.

📍 Stop 1: Wehr (DE) – Wiederbewaldung nach Borkenkäferbefall
Eine ehemals stark geschädigte Fläche zeigt heute, welches Potenzial in der aktiven Wiederbewaldung liegt. Durch eine vielfältige Baumartenmischung entsteht hier ein klimaresilienter Wald. Der Waldeigentümer Denis Schmiak hat uns persönlich in seinem Wald begrüsst und uns seine Strategie vorgestellt.

📍 Stop 2: Therwil (BL) – Marteloskop & digitale Werkzeuge
Im Marteloskop präsentierte uns Hristina Hristova, wie mit 360° Aufnahmen Waldflächen inventarisiert und deren zukünftige Entwicklung modelliert werden kann. Gleichzeitig zeigte Jonas Vögtli vom Forstrevier Angenstein, wie er als Förster multifunktionale Waldbewirtschaftung auf die Fläche bringt. Im Fokus standen die Biodiversitätsförderung im Wirtschaftswald, die Erhaltung von Habitatbäumen und wie sich Nutzungsansprüche sinnvoll kombinieren lassen.

📍 Stop 3: Lange Erle, Basel – Wald als Wasserfilter
Ein eindrückliches Beispiel für Multifunktionalität im Wald präsentierte uns Thomas Meier und Janik aus den Erlen der IWB. Im Waldgebiet «Lange Erle» werden jährlich über 10 Millionen m³ Trinkwasser mit Hilfe des Waldes gefiltert. Gleichzeitig liefert der Wald zusätzliche Ökosystemleistungen für die Erholungsnutzung und die Biodiversität.

Fazit: Ob Klimaanpassung, Digitalisierung oder Multifunktionalität – der Wald von morgen entsteht durch vielfältige Ansätze und den Austausch zwischen Praxis und Forschung.

Hier geht’s zum LinkedIn-Post zum Meeting.

Wir besuchten das Marteloskop in Therwil (CH), welches vom Amt für Wald und Wild beider Basel und der Bürgergemeinde Therwil betrieben wird.

Rund 20 Privatwaldeigentümerinnen und Privatwaldeigentümer sowie Forstfachpersonen aus Deutschland und der Schweiz trafen sich, um sich über innovative digitale Ansätze im Waldmanagement auszutauschen. Im Fokus standen Resultate der Forschungsgruppe «Nachhaltige Forstwirtschaft» der WSL. Hristina Hristova präsentierte die Einzelbaumerfassung mit einer 360°-Kamera, während Justus Nögel die modellierte Waldentwicklung unter verschiedenen Managementszenarien vorstellte.

Das Marteloskop Therwil bietet ideale Voraussetzungen, um die Herausforderungen des Klimawandels und die Zukunft der Waldbewirtschaftung praxisnah zu diskutieren. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in neue digitale Methoden und tauschten Erfahrungen über nachhaltige und zukunftsorientierte Waldpflege aus.

Impressionen zur Veranstaltung finden Sie im LinkedIn-Post.

Projektdauer: 01.01.2024 – 31.12.2028
Bi-Nationales Living Lab Basel:
Das Living Lab Basel Erfolg in Partnerschaft mit der Forstkammer Baden-Würdenberg
Perimeter: Gesamte Waldfläche des Kanton Basel-Landschaft und Kanton Basel-Stadt
Stakeholder:
i) Privatwaldbesitzer. 6’000 Privatwaldbesitzer mit 4’000ha Wald.
[i) Öffentlichen Waldeigentümer, 150 mit 20’000ha Wald]
[iii) Waldbewirtschafter]
Kernthemen:
i) Ökosystem-Leistungen
ii) Biodiversität
iii) Klimaleistung

Waldnachrichten 
Die Ausgabe "KI ist schon im Wald" der Waldnachrichten präsentiert auch Forschungsresultate aus dem Projekt Small4Good. 
Ausgabe Juni 2026 "KI ist schon im Wald
Generative KI: Chancen und Hürden für die Forstpraxis

 

Öffentliche Informationsquellen zum Thema Wald 
Diese Sammlung bietet einen Überblick über zentrale öffentliche Informationsquellen, die Wissen und 
Daten rund um den Wald bereitstellen. 
zur Linksammlung

Kontakt:

Janine Schweier (Gruppenleiterin Waldressourcen und Waldmanagement Nachhaltige Forstwirtschaft - WSL)
janine.schweier(at)wsl.ch
+41 44 739 2478

Raphael Häner (Geschäftsführer WaldBeiderBasel) und Andreras Gabriel, Projektleiter. 
info@waldbeiderbasel.ch

____________________

Projektwebsite
Projektvideo
Video Living Lab Norway